Herrndorf „Tschick“ Teil 1

Liebe Leser,

am Anfang möchte ich euch die Information geben, dass diese Rezension Teil eines interaktiven Lesezirkels ist. Gestartet wurde dieser Lesezirkel von dem Blogger „schmerzwach“ und ich hoffe, dass alle Teilnehmenden auch schön am Ball bleiben.

Ziel ist, das Buch „tschick“ von Wolfgang Herrndorf in Abschnitten von 50 Seiten zu lesen und darüber zu bloggen/ eine Rezension zu schreiben. Etwas verspätet ist dies der erste Teil meiner Rezension, viel Spaß beim Lesen!

Das ist ja tschick!

Wolfgang Herrndorf überzeugt mit Jugendsprache und raffinierter Erzählstruktur

Sicherlich ist der Titel samt Untertitel für die ersten 50 Seiten eines Jugendromans weit hergegriffen, aber wenn Wolfgang Herrndorf auf den letzten Seiten das Niveau hält, ziehe ich meinen Hut vor ihm!

Was passiert in „tschick“? Der Roman beginnt mit einer Szene auf einem Polizeirevier. Maik, der Protagonist, sitzt dort und hat Angst. Vor den Konsequenzen, vor den Polizisten. Zudem ist er verletzt, was ihm ziemlich bald zum Verhängnis wird. Er kippt vom Stuhl und erwacht erst im Krankenhaus wieder.

Die erste Szene auf dem Polizeirevier dient eindeutig der Exposition und leitet eine Handlung ein. Es beschreibt den Zeitpunkt Jetzt. Maik geht dann, weil er dem Leser die Geschichte erzählen will, zeitlich zurück. Zunächst lernt der Leser im Krankenhaus allerdings einen etwas durchgeknallten, unverständlichen und vor allem wandelbaren Jungen kennen. Ich wusste zeitweise nicht, was ich von diesem Jungen halten sollte. Sicherlich, Herrndorf verwendet eine sehr realistische Sprache, aus der ersten Perspektive geschrieben eignet sich dies vor allem, um Nähe zum Leser aufzubauen. Aber wer Maik ist und was er alles kann, das wird erst nach und nach deutlich. Für mich tanzt ein Begriff im Kopf herum: unausgefüllt.

Je länger der Junge im Krankenhaus bleibt und schließlich von da zu erzählen beginnt, wie das alles passieren konnte, desto mehr mag man ihn. Ich rechne dies vor allem der spannenden Sprache Herrndorfs zu. Es gibt stellen, an denen muss der Leser einfach lachen, an denen gibt es kein Zurück für die Lachmuskeln. Ich meine, so wirklich lachen.

„Alles korrekt! Ich hab auf dem Stuhl gesessen und mein Hosenbein hochgemacht, und dann hab ich das gesehen und dann Schwindel und rums. Keine ´Fremdeinwirkung`.“ Gutes Wort. Kenn ich aus dem Tatort.

Es sind solche Stellen, die den Leser glauben lassen, Maik sei real. Es ist seine Sprache, die in den Geist eines Jungen gucken lassen. Das finde ich gelungen, sehr gelungen sogar, auch wenn ich als Frau an manchen Stellen die Nase gerümpft habe und nur den Kopf schütteln konnte. „Typisch Mann“.

Es sind nur die ersten 50 Seiten – in den nächsten Teilrezensionen bleibt mir mehr Zeit und Platz zum Reden, bis dahin!

Eine Antwort zu Herrndorf „Tschick“ Teil 1

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