Blog-Parade: Wovon sollen wir träumen?

Wovon sollen wir träumen?

Liebe Leser,

„schmerzwach“-Blogbetreiber Jannis hat mich auf eine schöne Blog-Parade aufmerksam gemacht, bei der ich auch gerne teilnehmen möchte. Das Thema ist: Wovon sollen wir träumen?

Ich brauchte nicht lange zu grübeln, um mir alle meine Träume auszumalen. Träume gehören zum Menschen dazu. Es sind mehr oder weniger plastische Vorstellungen der Gedanken, die es zu realisieren gilt oder die eben immer nur Vorstellung bleiben, was vielleicht auch ganz gut so ist. Träume sind Gedanken, Bilder, Handlungssequenzen, in die wir uns verkriechen können, wenn es uns mal nicht so gut geht. Sie sind Zukunftsvision. Jeder braucht Träume. Denn wer nicht träumt, kann meiner Meinung nach kaum vorwärts kommen. Viele Ziele finden ihren Anfang in Träumen. Viele Träume finden ihr Ende in der Realität. Es gilt hart zu arbeiten, den Traum zu realisieren, um ihn mit eigenen Händen anfassen zu können …

Soweit zum Thema Traum. Wovon sollen wir träumen?

Ich bin Literat. Mein Leben besteht aus Literatur, sie ist meine größte Leidenschaft. Deswegen handeln auch viele meiner Träume um dieses Thema. Sicherlich habe ich auch Träume, die andere Lebensbereiche anschneiden, aber ich möchte an dieser Stelle den Fokus auf die literarischen Träume legen:

Ich träume davon, dass Literatur von der Gesellschaft wieder mehr geschätzt wird. Bücher, Texte, Literatur waren einst sehr beliebt und angesagt, hatten einen „Bildungsstatus“. Es ist nicht, dass ich vermisse, Lesende hätten einen elitären Anklang. Nein, ich träume davon, dass Jugendliche und Kinder, Erwachsene – schlicht alle Leute Gefallen am Lesen finden. Hierbei muss es nicht der Goethe, es kann auch Unterhaltungsliteratur sein, nur der Faktor Lesen und Anerkennung, der wäre mir wichtig. Kinder, die in der Schule mit einem Buch sitzen, sollten nicht belächelt und gehänselt werden, sondern man sollte ihnen Verständnis gegenüberbringen, denn das Lesen ist genauso wie Gameboyspielen oder sonstwas eine Auseinandersetzung mit einem Medium. Sowieso: Die Kommunikation mit dem Medium Buch/Literatur sollte verbessert werden. Übermittelt in Schulen, besonders im Deutschunterricht, und natürlich auch von Eltern wird ein untaugliches Leserbild. Kinder wollen nicht „Der Richter und sein Henker“ lesen, auch wenn ich sicher bin, dass sich daraus eine Menge ziehen lässt. Wieso geben wir ihnen nicht den Harry Potter? Wieso geben wir ihnen nicht ein unterhaltsames Jugendbuch, aus dem die Kinder einen Wirklichkeitsbezug ziehen können? Den Goethe können sie auch noch in der Oberstufe lesen, wenn sie wirklich Gefallen an der Auseinandersetzung mit Literatur gefunden haben. Werden in den unteren Sekundarstufen mehr interessante und für Kinder relevante Bücher gelesen, kann ich mir vorstellen, dass die Anzahl der Schüler, die sich mit Literatur auseinandersetzen, in der Oberstufe auch steigt.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Ich träume natürlich, als Autor, auch davon, dass sich das Literaturbild etwas wandelt. Die Unterscheidung von „guter“ Literatur und „trivialer“ Literatur ist meiner Meinung nach überflüssig geworden. Wir (auch die Wissenschaftler, zu denen ich mich nun einmal aufgrund meines Studiums auch zähle) schieben Autoren Intentionen zu, die (und hier spreche ich aus Autorensicht) in einigen Fällen überhaupt nicht beabsichtigt sein können. Mit Sicherheit bauen wir Bedeutungen ein und geben unseren Figuren besondere Namen und Berufe, aber vieles fügt sich aus dem Zusammenhang, vieles fügt sich aus der Laune heraus. Bedeutungen sollten sekundär werden. Autor und Text getrennt betrachten, meinetwegen. Aber auch unterhaltende Literatur kann gut sein und wichtig! Es muss nicht immer eine hochkomplizierte Sprache sein!

Diesem Traum fügt sich ein weiterer: Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt, mehr Kommunikation zwischen Verlagsbranche und Autoren. Zwischen Branchenvertretern und Literaturstudenten, zwischen denen, die es sind und denen, die es mal werden wollen.

Jetzt ist die Literatur meiner Meinung nach festgefahren. Wir haben einige potentielle Schreiber, die mit Sicherheit Bewegung in Literatur setzten, aber diese reichen nicht aus. Wir leben in der Verangenheit. Genreästhetiken, Genretheorien, all das sind festgeschriebene Parameter, die es zu benutzen gilt. NEIN!, die es zu brechen gilt, liebe Autorenfreunde! Ich träume davon, dass wir Mischgenres schaffen, dass wir Altes in neuem Glanz auferleben lassen, dass wir … LITERATUR schaffen, die es zu lesen wert ist, die unterhaltsam ist, verständlich, sich den neuen Gegebenheiten dieser Informations- und Technickgesellschaft anpasst! Um dies zu schaffen, ist es wichtig, reagieren zu können. Was wollen die Leser und was kann ich ihnen als Autor bieten? Was will ich ihm bieten?

Das Social Media bietet so viele Möglichkeiten, in Kontakt mit Lesern/Autoren zu treten, bitte nutzt diese auch. Zeigt, wohin der Weg, wohin dieser Traum uns führen soll. Denn nur dann ist es ein Traum, der wirklich werden kann, denn nur dann werden wir nicht in 40 Jahren immer noch reden, sondern handeln und Resultate haben!

Schreckt nicht zurück vor Kreativität. Zeigt, was in euch steckt. Das ist mein Traum. Ich praktiziere es selbst. Ich als Autor möchte nicht in der Norm des Altbekannten stehen, sondern zeigen, wie es neu, wie es modern geht und dabei definiere ich mir meine Grenzen neu, anstatt die alten einzuhalten. Das ist mein Traum. Davon möchte und soll ich träumen, vielleicht teilt jemand diesen Traum ja mit mir?

Liebe Grüße, Hilke-Gesa Bußmann

Advertisements

Über Hilke Bußmann

Hilke-Gesa Bußmann, geboren am 26. Januar 1990 in Aurich, verbrachte ihre Kindheit in den Weiten Ostfrieslands zwischen Deichen und Windrädern. 2009 verließ sie Norddeutschland und zog nach Offenbach, um an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main das Studium der Germanistik, Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Pädagogik aufzunehmen. Die Liebe zur Literatur begleitet sie seit ihrer frühen Jugendzeit. Das Studium ist eine konsequente Umsetzung der Leidenschaft zu einer beruflichen Perspektive.
Dieser Beitrag wurde unter Gedanken über Literatur abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Blog-Parade: Wovon sollen wir träumen?

  1. blo-g.info schreibt:

    Ein wirklich toller Beitrag zum Thema „Wovon sollen wir träumen“. Ich finde mich in vielen Sachen wieder…

  2. Daniela Skrzypczak schreibt:

    Ein super schöner Beitrag der eigentlich Hoffnung wecken sollte. Die Ansätze sind alle vorhanden, nun ist es an uns diese zu versuchen umzusetzen und viele dafür zu begeistern.

    • Hilke Bußmann schreibt:

      Liebe Daniela,
      das schöne an Träumen ist, dass wir sie träumen können! Ich hoffe, mit meinem Engagement kann ich ein bisschen die Welt in die richtige Richtung schupsen. Ich hoffe es sehr. Und ich würde mir wünschen, dass alle an einem Strang ziehen!

  3. Pingback: Blogparade: Wovon sollen wir träumen Teil 2 | Hilke-Gesa Bussmann

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s